Jochen Hein, Teich II, Acryl auf Baumwolle, 100 x 140 cm, 2016

Jochen Hein, Teich II, Acryl auf Baumwolle, 100 x 140 cm, 2016

Jochen Hein, Rickmer und Peter, Acryl auf Jute, 180 x 130 cm, 2006

Jochen Hein, Rickmer und Peter, Acryl auf Jute, 180 x 130 cm, 2006

Jochen Hein, Ocean Surface XI, Acryl auf Baumwolle, 100 x 140 cm, 2015

Jochen Hein, Ocean Surface XI, Acryl auf Baumwolle, 100 x 140 cm, 2015
JOCHEN HEIN - Über die Tiefe
Jochen Hein interpretiert traditionelle Bildgattungen neu. Die Porträts und Landschaftsgemälde des 1960 in Husum geborenen und in Hamburg lebenden Künstlers bestechen durch eine fast hyperrealistische Darstellungsweise. In der Ausstellung „Über die Tiefe“ zeigt die Städtische Galerie Neunkirchen ab dem 27. Januar ausgewählte Porträts, Seestücke sowie Wiesen- und Parklandschaften, die auf subtile Art und Weise mit unserer Wahrnehmung spielen.

In seiner Malerei bewegt sich Jochen Hein im Spannungsfeld zwischen perfekter Illusion und ihrer bewussten Umkehrung. Erinnern die Gemälde in ihrer naturalistischen Detailgenauigkeit und ungeheuren Tiefenwirkung aus der Ferne betrachtet an Fotografien, so verflüchtigt sich dieser Eindruck, wenn man sich den Bildern nähert: Die sonnenüberstrahlte Meeresoberfläche oder die sattgrüne, flirrende Parklandschaft sind dann plötzlich nichts anderes mehr als reine Malerei – ein virtuos beherrschter Kosmos aus farbigen Linien, Punkten und Strukturen. Die Arbeiten des Hamburger Künstlers entstehen im Zusammenspiel von technischer Perfektion, die an die Kunst der Alten Meister wie Rembrandt und Dürer denken lässt, und dem Prinzip Zufall. Mit dem Pinsel auf den Malgrund geschleuderte Farbspritzer verwandeln sich im Gesamtgefüge etwa zu reflektierenden Lichtpunkten, die den Bildern ihren einzigartigen Charakter verleihen.

Seine Motive findet Jochen Hein im Hier und Jetzt und doch sind seine Landschaften und Porträts keine Abbilder der Realität. So entführt uns der Künstler in seinen Gemälden an menschenleere Sehnsuchtsorte der Natur, er konfrontiert uns mit der Urgewalt oder der Schönheit des Meeres und stellt uns in seinen lebensgroßen Porträts, in denen lediglich Gesicht und Hände der Porträtierten aus tiefgründiger Dunkelheit auftauchen, der Vielfalt menschlichen Seins gegenüber. In der verwirrenden Gleichzeitigkeit von Realismus und Abstraktion verweisen seine Arbeiten weit über den Moment hinaus und lassen Raum für subjektive Gefühle und Gedanken.


Nächste Öffentliche Führungen:
Sonntag, 19. März 2017, 15.00 Uhr
Ostermontag, 17. April 2017, 15.00 Uhr


Künstlergespräch mit Jochen Hein:
Freitag, 7. April 2017, 18.00 Uhr

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